Ukraine-Krise – Einflüsse auf Ihre Geldanlage?!

Um das Fazit vorweg zu nehmen: führende deutsche Asset-Manager halten die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft auch
bei drastischen Sanktionen gegen Russland für gering.

Grundsätzlich kann man zwar davon ausgehen, dass Deutschland kurzfristig am stärksten betroffen sein wird. Jedoch ist der Exportanteil mit nur 1,9% Richtung Russland (die EU 1,1%) eher gering. Auch die USA treiben kaum Außenhandel mit Russland, sie kauften zuletzt im November 2021 russisches Öl.

Deutschland und Europa werden weiterhin wie bisher Öl und Gas in Russland kaufen müssen. Insofern sind Sanktionen auf diesem Feld wegen der erheblichen Abhängigkeit von Russland nur schwerlich unmöglich. Kurzfristig können die USA zwar ihre Flüssiggas-Lieferungen nach Europa ausweiten und auf ein neues Allzeit-Hoch steigern. Allerdings liegen diese Hilfen am Rand der Kapazitätsgrenze sowohl bei der Produktion,
als auch beim Transport.

Somit werden die USA durch die langsam sich ausweitenden, weltweiten Sanktionen zum Hauptgewinner des Konflikts. Analog zu den Sanktionen gegen China (diese ruinierten das ehemals führende Mobil-Telefon-Unternehmen und großen Apple-Konkurrenten Huawei) werden die US-Sanktionen Russland insbesondere bei der Produktion von technologisch hochwertigen Gütern deutlich mehr schaden als China.

Russland ist massiv auf den Import von qualitativ hochwertigen Halbleitern und anderen Technologieprodukten, die das Land in den nächsten
Jahren aus eigener Kraft nicht selbst produzieren kann, angewiesen. So wird auch beim Bau und der Wartung moderner Flugzeuge Russland auf lange Sicht Verzicht üben müssen.

Als Gewinner dieses Machtkampfes werden die USA durch ihre geopolitisch deutlich bessere Ausgangssituation sowie der wirtschaftlichen Schädigung Russlands hervorgehen. Auf der Verliererseite wird neben der EU (und hier besonders Deutschland) der Angreifer Russland stehen: signifikant höhere Energiepreise im EU-Raum und wirtschaftlicher Niedergang auf russischer Seite.

Die Kapitalmärkte werden insofern nur temporär einen negativen Verlauf erleben. Die Handlungsmaxime sollte daher lauten:

langfristige Strategie schlägt kurzfristige Panik – dies hat sich auch in der Vergangenheit bewahrheitet wie der Chart zeigt!

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