Alle klagen über das Wetter. Aber es gibt niemanden der etwas dagegen tut“

Mark Twain (1835 – 1910), eigentlich Samuel Langhorne Clemens

Eine erste Zwischenbilanz des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt: Im ersten Halbjahr 2022 haben Naturgefahren wie Sturm und Gewitter in Deutschland außerordentlich hohe Schäden verursacht.

Die Schadenshöhe beziffert der GDV in Höhe von rund 3 Mrd. Euro. Dies stellt in 2022 bisher ein überdurchschnittliches Schadenjahr dar. Dabei zählt die Wintersturmserie 2022 zu den schwersten seit 2002:

Der langjährige Durchschnitt der erwarteten Schäden für Sturm- und Hagelschäden lag für das erste Halbjahr im Betrachtungszeitraum laut GDV-Angaben bei rund 1 Mrd. Euro. Allein Januar bis Juni 2022 stiegen die Schäden aus Naturgefahren somit um etwa das Dreifache des langjährigen Erwartungswertes. So sorgten die Wintersturm-Serie „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“ im Februar 2022 mit 1,4 Mrd. Euro für fast 50% der Schäden. Diese Sturmserie liegt daher auf Platz 3 der schwersten Winterstürme seit 2002 und damit nur knapp hinter Sturmtief Jeanette vom Oktober 2002.

Auch im Mai 2022 richtete der Tornado „Emmelinde“ in den Städten Paderborn, Höxter und Lippstadt an schwerste Schäden an. Die gute Nachricht: Außergewöhnliche Überschwemmungen und Starkregen hingegen gab es im ersten Halbjahr nicht. Die entstandenen Elementarschäden i.H.v. 100 Mio. Euro liegen unter dem Erwartungswert für 2022.

Die schlechte Nachricht: Der Versicherungsschutz gegen Elementargefahren stagniert auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Nur etwa die Hälfte der Hauseigentümer hat den notwendigen Versicherungsschutz vor Elementargefahren wie Starkregen oder Hochwasser vereinbart – so die aktuellen Zahlen vom GDV (siehe auch Grafik). Der Versichererverband gibt an, dass sich viele Immobilieneigentümer sich ihrer individuellen Bedrohung durch Naturgefahren wohl immer noch nicht bewusst sind.

Denn mit Blick auf die vergangenen fast 50 Jahre war das abgelaufene Jahr 2021 hinsichtlich Naturgefahren das schadenreichste Jahr in Deutschland. Die Schäden an Gebäuden, Hausrat und Kfz belaufen sich nach GDV-Angaben auf mittlerweile rund 12,6 Mrd. Euro (Stand August 2022). Dabei entfallen auf Gebäude- und Hausratschäden infolge von Starkregenkatastrophen knapp 75% dieser Schäden.

Insofern besteht hier in weiten Teilen erheblicher Nachholbedarf!

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